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Meine 6 Etappen bei der Weltradsportwoche 2011 in Österreich

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von Bernd Quitzow

Rund 2000 Radsportler aus über 30 verschiedenen Nationen nehmen jährlich an den verschiedenen Etappen-Rennen im Rahmen der Weltradsportwoche in Deutschlandsberg / Österreich teil. Klasseneinteilungen für Lizenz- Fahrer, wie auch Hobby- Sportler. In diesem Jahr (13. – 20. August) wollte ich endlich selber einmal an dieser vielversprechenden Etappenfahrt bei den Masters Lizenzfahrern teilnehmen …

1. Etappe: Kriterium
Ein kurzer, 1.000 langer Meter Rundkurs, gespickt mit Kopfsteinpflaster und sehr engen Kurven. Vom Start weg stieg es für zirka 350 Meter leicht an, dann eine scharfe Linkskurve und mit Tempo 60 bergab, um dann auf ca. 25 km/h hart runter zu bremsen und sofort in eine sehr spitze Rechtskurve einzulenken. Einige Meter später wieder eine Linkskurve. Ab hier hieß es wieder Tempo aufnehmen, um dann nach ca. 150 Meter wieder hart runter zu bremsen und dann links in eine sehr enge Spitzkurve mit Kopfsteinpflaster einzulenken. Und schon waren wir wieder am Start / Ziel. Dieser Rundkurs wäre bei Regen eine Katastrophe … Und es hat geregnet. Ich beendete dieses Rennen mit dem 11.Platz.

2. Etappe: Straßenrennen über 97 km
Ein Straßenrennen, das es in sich hatte. Es musste ein sehr welliger, 31 km langer Rundkurs zweimal absolviert werden. Danach ging an einem Abzweig zum Zielort nach Eibiswald. Auf dem Rundkurs mussten wir jeweils zweimal die langgezogene Steigung nach Bad Gams mit ca. 6 % überqueren, so wie auch den wesentlich härteren, 11 % Anstieg in Kraubath.

Was uns  uns dann aber in Gussendorf und in St. Ulrich erwartete, war eine Herausforderung der ganz besonderen Art. Es mussten zwei extrem harte Anstiege mit über 17 % mit jeweils über 100 Höhenmeter überwunden werden. Danach folgte eine rasante Abfahrt und die letzten 8 Kilometer bis zum Ziel. Aber auch hier bescherten uns die letzten 500 Meter eine nicht enden wollende Qual mit einem harten Schlußanstieg bis zum Ziel. Bei dieser kräftezehrenden Etappe belegte ich zum Schluss den für mich tollen 10. Platz.

Streckenprofil der 2. Etappe über 97 km

Streckenprofil der 2. Etappe über 97 km

 

3. Etappe: 300 Meter Sprintrennen
Jetzt kam eine Disziplin, bei der ich mir mit meinen 1.400 Watt Antritt etwas ausgerechnet hatte. Gefahren wurde auf einer 300 Meter langen Geraden. Jeweils zwei Fahrer starteten nebeneinander aus dem Stand. Die vier zeitschnellsten Fahrer standen am Nachmittag im Finale und fuhren dann um den 3 und 4 Platz, so wie die beiden schnellsten um Platz 1 und Platz 2.

Mit meiner besten Zeit am Vormittag erreichte ich das Finale und kämpfte tatsächlich um Platz 1 … Im Finale musste ich mich leider sehr knapp dem bereits mehrmaligen Gewinner, Manfred Herbsthofer aus Österreich, geschlagen geben. Mit dem 2. Platz bei meiner ersten Teilnahme war ich dennoch sehr zufrieden und genoss strahlend die Siegerehrung.

Ich freue mich über Platz 2 bei einer stimmungsvollen Siegerehrung

Ich freue mich über Platz 2 bei einer stimmungsvollen Siegerehrung


4. Etappe: 3 km Bergrennen
Ein lockerer Tag – dachte ich mir. Denn ein 3 Kilometer Rennen mit einem relativ kurzen Anstieg zum Schluss kann ja wohl nicht so wild sein. Bei 33 Grad im Schatten und den letzten Kilometer mit 14% Steigung im Durchschnitt sowie 130 Höhenmeter, ließ dieses Bergrennen jedoch zu einer brutalen Etappe werden. Mit dem 11. Platz konnte ich aber bei diesem Rennen mehr als zufrieden sein.

Streckenprofil des Bergrennens

Streckenprofil des Bergrennens

 

5. Etappe: Straßenrennen über 63 km
Es wurden wieder zwei Runden auf der Strecke absolviert,  wie bereits auf der zweiten Etappe. Start / Ziel wurden allerdings diesmal so gewählt, dass die Zielankunft leicht ansteigend war. Und wieder eine Etappe bei über 30 Grad im Schatten.

Da der Zielbereich aber keine zweistelligen Prozente aufwies, rechnete ich mir bei dieser Etappe noch mal etwas aus. Auf den letzten Kilometern musste ich aber feststellen, dass die letzten Etappen in Verbindung mit dem sehr heißen Wetter doch sehr kräftezehrend waren. Es reichte zum Schluss nur für einen mich nicht zufrieden stellenden 14. Platz.

Streckenprofil der 5. Etappe über 63 km

Streckenprofil der 5. Etappe über 63 km


6. Etappe: Einzelzeitfahren über 19 km
Ein flaches, aber welliges Profil mit einigen gut zu fahrenden Kurven erwartete uns bei der letzten Etappe. Das 19 km Einzelzeitfahren mit Wendepunkt in Wieselsdorf war die letzte der 6 Etappen. Wieder zeigte sich das Wetter von der besten Seite und auch die Temperaturen kletterten abermals über die 30 Grad Marke.

Mit einem 44er Schnitt erreichte ich bei hervorragenden Konkurrenz einen 9. Platz. Die Bestmarke notierte an diesem Tag der Slowene Lucjan Premrn mit einem 47,3er Schnitt. In der Gesamtwertung der internationalen 39. Weltradsportwoche platzierte ich mich somit noch auf einen guten 7. Platz.

Streckenplan 6. Etappe

Streckenplan 6. Etappe


Fazit
Diese tolle Radsportwoche mit ihren abwechslungsreichen, sehr anspruchsvollen Rennen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Eine wirklich sensationelle und perfekt organisierte Veranstaltung des österreichischen Radsportverbandes. Aufwendig gestaltete Siegerehrungen, die das Sportlerherz höher schlagen lassen.

Alle Rennen werden in Deutschlandsberg, oder in der Umgebung von Deutschlandsberg ausgetragen. Sehr viele Radsportler reisen hier mit der ganzen Familie an und nutzen die wunderschöne Gegend für einen aktiven Urlaub. Andere nehmen diese Veranstaltung als letzte Vorbereitung für die Masters WM in St. Johann.  Schon jetzt steht diese Veranstaltung für 2012 auf meinem Terminkalender.

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